Vertraulich

By hansaltmann

von: v.versic@fipm.de.edu
an: s.freudenstein@ltg.fipm.de.edu
Betreff: Projekt Nit-A-Nee, Schlussbericht

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Freudenstein,

anbei die kurze Zusammenfassung des Schlussberichtes, den Sie diese Woche noch per Hauspost bekommen werden.

Der Subjekt unseres Experiments H.A., der unter der akuten dissoziativen Identitätsstörung 300.14 (DSM-IV) leidete, wurde auf einem nicht verschlossenen Territorium (ein Hauskomplex sowie die Gartenanlage im Versuchssektor #17f) platziert, so dass er sich dort frei bewegen konnte. Dabei wurde auf jegliche ärztlich-psychiatrische Assistenz bis auf wenige Ausnahmen verzichtet. Die Versuchsperson stand jedoch rund um die Uhr unter der umfassendsten Überwachung: es wurden auf dem ganzen Testgelände sowie im Haus Überwachungskameras installiert. Ausserdem wurden seine Online-Aktivitäten einem ständigen Monitoring aus unserer Obeservierungszentrale unterzogen.

Die Details unternehmen Sie bitte den Unterlagen.

Mit unserem Experiment wurde Ihre Theorie erfolgreich untermauert, dass ein psychisch labiler Patient, der unter DIS (bzw. MP) leidet, unter bestimten Bedingungen sich selbst heilen kann. Einerseits wird es durch indirekte Einflüsse ermöglicht – in unserem Fall waren es die anonymen Internet-Kontakteure, mit denen er kommunizierte und die ihn passiv oder aktiv mit der Heilung halfen. Andererseits war es der Aspekt, der ihn ihrem Theorienkomplex eine wichtige Rolle spielt: das Streben der gespalteten Persönlichkeiten zu einer Vereinigung. Dieses Streben wird durch sowohl künstlich als auch natürlich erzeugte Antipathie der Identitäten gesteuert. Hier wird die Intensität der psychischen Disorientierung als Werkzeug zu derer Behebung und Wiederherstellung des Ganzen genutzt. Das wurde am Ende des Experiments deutlich: der Patient, gesteuert durch seinen Überlebenstrieb, verband seine Identitäten wieder und heilte sich.

Leider gelang es unserer Versuchsperson zu entkommen, jedoch wir sind dabei, nach H.A. zu suchen und sind uns in unserem Forschungsteam einig, dass es keine Gefahr für die Öffentlichkeit besteht. Denn der ehemaliger Kranke ist nun geheilt.

Es tut mir aufrichtig leid wegen der Unannehmlichkeiten und wegen der Tatsache, dass wir Ihnen nicht unmittelbar nach dem Abschluss des Experiments den Subjekt dieses Projektes vorzeigen können. Wir arbeiten jedoch daran.

Mit freundlichen Grüßen,

PD V. Versic

Forschungsinstitut für psychosomatische Medizin (FIPM)
Abteilung für Humanexperimente

Research Institute of Psychosomatic Medicine
Human Subject Research Department

Leave a Reply